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Moorange haben den Blues: Von der Stiefelsohle bis zum Scheitel stecken sie im Sumpf, in Blut, Schweiß und Tränen. Sie machen dabei aber derart Wellen, dass man zu jeder Zeit befürchten muss, die ganze Scheiße schlage im nächsten Augenblick über der höchsten Locke von Sänger Lukes Afrofrisur zusammen. Enthusiasmierende Rock-Rage trifft auf repititive Sun-Ra-Riffs, fast als würden die MC 5 mit einem heiseren Eddie Vedder auf DDT Cream Songs interpretieren - und das bei Typen, die zu viert gerade mal fünfzehn Jahre älter sind als Jack Bruce, dafür aber noch viel besser aussehen. Im Ergebnis klingt das nach Klassik-Rock im besten Sinne. Allerdings: The Answer statt Aerosmith, Danko Jones statt Def Leppard und RAM statt Rainbow. Moorange sind Puristen: Ein Riff, zwei Parts, drei Akkorde, vier Gefühle - Liebe, Hass, Freude und Schmerz -, mehr Ingredienzien braucht es nicht für einen guten Rocksong solange man die Würze nicht vergisst: Leidenschaft! Die Alten wussten das und die vier Jungs aus Baden wissen das auch. Und weil sie selbst brennen zünden sie auch, zu jeder Zeit, an jedem Ort, vor jeder Crowd, im Jazzclub oder im Punkrock-Schuppen. Moorange sind gut: Dass die jeweilige Band eine tolle Show macht, das wird in derlei Infotexten gerne erwähnt. Doch über einen Moorange-Gig schreiben ist tatsächlich in etwa Dasselbe, als rede man mit einer Jungfrau über den Koitus: Sie kann sich zwar irgendwas drunter vorstellen, wird bis zu ihrer Defloration aber nie begreifen wie es sich anfühlt. Deshalb nur so viel: Moorange tun auch beim ersten Mal nicht weh, Moorange sind heiß, Moorange bringen einen dazu spitze Schreie der Lust auszustoßen und Moorange will man immer wieder!
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